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Wir lassen Frankfurt am Main, die Finanzmetropole des Rhein-Main-Gebiets mit seinem Flughafen hinter uns liegen und begeben uns ins nahe


Aschaffenburg. Das „Tor zum Spessart“ und Verbindung zwischen dem fränkischen und dem rhein-mainischen Wirtschafts- und Kulturkreis, liegt verkehrsgünstig am rechten Ufer des Mains. Den Auftakt bildet das älteste Gebäude der Stadt, die Stiftskirche St. Peter und Alexander (Parkmöglichkeit). Das Langhaus der bereits 974 urkundlich erwähnten Kirche, einer kreuzförmigen Pfeilerbasilika mit barock eingewölbter Decke und geradem Chorabschluss, stammt aus dem 12. Jh., der mächtige Turm entstand etwa 300 Jahre später. Das Innere der Kirche birgt eine Fülle bedeutender Kunstschätze, u. a. den Hochaltarbaldachin auf vier Marmorsäulen von Johann Michael Henle, den Magdalenen-Altar aus schwarzgrauem Marmor mit Alabasterfiguren Künstlers Hans Juncker (frühes 17. Jh.), die „Beweinung Christi“ von Matthias Grünewald (um 1520), mehrere Gemälde von Lucas Cranach, u. a. die „Auferstehung Christi“, und nicht zuletzt das überlebensgroße romanische Kruzifix mit originaler Bemalung aus dem frühen 12. Jh. In dem an die Kirche grenzenden ehemaligen Kapitelhaus mit dem stimmungsvollen romanischen Kreuzgang aus der ersten Hälfte des 13. Jh.s befindet sich das Stiftsmuseum mit vor- und frühgeschichtlichen Funden, gotischen und barocken Messgewändern, einem Porzellankabinett, Altarbildern und Holzfiguren aus der Zeit um 1500 und vielen Raritäten wie z. B. dem ältesten Schachbrett Deutschlands (Mitte April bis Mitte Oktober täglich außer Di. geöffnet). Mainwärts folgt das 1957-58 von Dietz Brandi erbaute Rathaus mit Bildern aus der Geschichte der Stadt am Bronzeportal. Ihm gegenüber, an die Schlossgasse angrenzend, liegt ein Theater von 1810 mit schönen klassizistischen Zuschauerräumen. Es wurde von dem portugiesischen Architekten d´Herigoyen errichtet. An Fachwerkhäusern und dem alten Marstall (jetzt Steinmetzschule) vorbei kommt man durch die Schlossgasse zum Schloss Johannisburg, einem monumentalen, klar gegliederten Spätrenaissancebau aus rotem Sandstein mit vier mächtigen Ecktürmen. Das heutige Schloss wurde 1605-14 vom Straßburger Baumeister Georg Ridinger erbaut, von der alten, 1552 zerstörten Burg stammt noch der Bergfried inmitten des quadratischen Innenhofes. Das gegen Ende des Zweiten Weltkrieges fast völlig ausgebrannte Schloss wurde in jahrzehntelanger Arbeit wiederhergestellt und weitgehend in seinen früheren Zustand versetzt. Besonders sehenswert ist die Schlossgalerie mit Werken von Lucas Cranach und bedeutenden Meistern des 17. und 18. Jh.s. Das Schloss kann täglich außer Mo. besichtigt werden. Durch den Schlossgarten über der Mainterrasse gelangt man, vorbei pejanum, einer 1842-49 errichteten Nachbildung des in Pompeji ausgegrabenen Hauses des Castor und Pollux. Die botanischen Raritäten an dem sonnigen, windgeschützten Hang unterstreichen den südländischen Eindruck der Anlage. Von der Terrasse reicht der Blick auf Aschaffenburg und über das Maintal bis zum Spessart. Jenseits des Mains, über die Willigisbrücke und die kleine Schönbuschallee zu erreichen, liegt der Park Schönbusch, ein Ende des 18. Jhds aus dem Nilkheimer Wäldchen gestalteter englischer Landschaftsgarten mit kleinen Seen, klassizistischen Schlösschen und Tempeln. Der Park, an dessen Gestaltung der Schwetzinger Hofgärtner Franz Ludwig Sckell entscheidend mitwirkte, bildet den Rahmen für die alljährlich im Sommer stattfindenden Schönbuschkonzerte. Von der Stiftskirche aus fahren Sie am Freihofsplatz vorbei stadteinwärts in die Sandgasse, halten sich rechts und erreichen alsbald die Würzburger Straße. Kurz vor der Einmündung der Sandgasse in die Würzburger Straße erblicken Sie rechts die Sandkirche (mittelalterlicher Turm, schöne Rokokoausstattung), während sich zur Linken die Garten- und Parkanlage Schöntal mit ihrem Magnolienhain und einer alten Kirchenruine ausbreitet. Sie verlassen Aschaffenburg auf der B 8 und erreichen nach 14 km die zu Mespelbrunn gehörende Ortschaft Hessenthal. Dort stehen drei Kirchen dicht beieinander: die gotische Wallfahrtskapelle mit einem angeblich wundertätigen Marienbild, eine spätgotische Begräbniskapelle von 1439 und ein Kirchenneubau von 1954-55, in dem sich so hervorragende Kunstwerke befinden wie die Tilman Riemenschneider zugeschriebene „Beweinung“ und die 1519 von Hans Backoffen aus Mainz geschaffene Kreuzigungsgruppe. In Hessenthal zweigen Sie von der B 8 südlich ab und besuchen das 3 km entfernte Wasserschloss Mespelbrunn, das mit seinen Gobelins und der Porzellansammlung ein eindrucksvolles Bild vom einstigen Prunk der Familie Echter von und zu Mespelbrunn gibt. Ihr bedeutendster Spross war der 1545 geborene Fürstbischof Julius Echter, der Gründer der Würzburger Julius-Maximilians-Universität. Während der Nordtrakt des Schlosses mit den Festsälen von März bis November zu besichtigen ist, werden Süd- und Osttrakt von den heutigen Schlossherren, den Grafen von Ingelheim, bewohnt.  


1.  Radwanderung von Mespelbrunn aus:                             
Vom Parkplatz südlich des Schlosses gehen Sie auf dem für Kfz gesperrten Weg rechts am Schloß vorbei und folgen der Markierung Nr. 3 durch den Lenkersgrund nach Nordosten. Durch Mischwald geht es mäßig bergan und bald haben Sie die 458m hohe Königshöhe erreicht. Sie ist zwar bewaldet, dennoch haben Sie vom Anstiegsweg und auch vom abwärts nach Hessenthal führenden Weg aus oftmals lohnende Ausblicke. Durch das reizvolle Elsavatal wandern Sie zurück nach Mespelbrunn. Benutzen Sie jedoch nicht die Straße, sondern den entlang des Flüßchens verlaufenden Talweg. Gehzeit etwa 2 Std., nur geringfügige Steigung.



2  Der „offizielle“ Verlauf der Residenzenstraße folgt von Hessenthal bis Würzburg der B 8. Das diese Strecke nicht allzuviel zu bieten hat, sollten Sie jedoch Ihre Reise von Mespelbrunn in Richtung Süden durch das Elsavatal fortsetzen, wobei Sie typische Spessartdörfer mit alten Kirchen und schönen Fachwerkhäusern kennenlernen. Im Ferienort Hobbach lohnt eine Fahrtunterbrechung zur Besichtigung der Rokokokirche mit Altarbildern des Darmstädters Johann Conrad Seekratz. In dem nahe gelegenen Doppelort Eschau-Sommerau sollten Sie sich das historische Fachwerk-Rathaus aus dem 13. Jh. mit dem mittelalterlichen Halseisen (Pranger) am Gebälk unter dem Erker ansehen. Im alten Spessartdorf Sommerau, das von Eschau nur durch einen Bachlauf getrennt ist, befindet sich das ehemalige Wasserschloss der Herren von Fechenbach aus dem 12. Jh. In der Schlosskirche befinden sich einige schöne Epitaphe der Fechenbacher. Der Schlossgraben wird von der Elsava gespeist, die bei Hessenthal entspringt und gegenüber von Obernburg in den Main mündet. Das Elsavatal, eines der landschaftlich reizvollsten Täler des Spessarts, erschließt den westlichen Teil dieses Mittelgebirges und den Südspessart.  

Kurz hinter Eschau verlassen Sie das Elsavatal und fahren südöstlich in das nur wenige Kilometer entfernte Mönchberg. Dieser Erholungsort zwischen Maintal und Hochspessart besitzt eine der bedeutendsten Kirchen Mainfrankens. Das 1949-51 vom Miltenberger Baumeister Martin Schmitt erbaute Gotteshaus birgt in seinem Innern einen prunkvollen Hochalter von Georg Dechant Wörth und Fresken des Aschaffenburger Malers Konrad Bechtold, die Szenen aus der St.-Wendelins-Legende darstellen. Sehenswert sind in Mönchberg auch die fränkischen Fachwerkhäuser und das Rathaus aus dem Jahr 1609. Sie fahren weiter nach Röllbach, dem ehemaligen Sitz vieler fränkischer Geschlechter. Sehenswert ist die um 1503 erbaute Wallfahrtskirche Maria Schnee mit einem Marien-Brustbild von 1480 und Holzplastiken aus den 17. und 18. Jh. Bemerkenswert sind auch die alten Marienfiguren in den Nischen zahlreicher Häuser.


3.  Rundwanderung von Mönchberg aus:                                                       
Sie folgen der Markierung Nr. 4 und steigen von der Ortsmitte nach Nordosten durch Mischwald ziemlich steil aufwärts zum Rastplatz „Signalbuche“, 484,. Von dem Buchenwald, der sich einstmals hier oben ausdehnte, ist nur ein einziger mächtiger Baum , die „Signalbuche“, übriggeblieben. Dem mit einem schwarzen Keiler gekennzeichneten Weg folgen Sie links zum „Vierlenstein“, einer wuchtigen, etwa 6m hohen Felsgruppe, die der Sage nach aus der Steinzeit stammt. Auf dem mit einem Eichhörnchen markierten Weg wandern Sie westlich hinüber zur „Märchenwiese“. Sie überqueren diese und gelangen zur Waldmühle( Einkehrmöglichkeit). Von hier führen mehrere Wege südlich hinab nach Mönchberg(Wegweiser). Gehzeit 1 ½ bis 2 Std. Nur anfangs etwas steil, keine anstrengende Strecke.



4  In südlicher Richtung gelangen Sie nach Großheubach, einer Marktgemeinde rechts des Mains, am Fuße des 250 m hohen Engelbergs, auf dem sich das 1639 vollendete Franziskanerkloster erhebt. Großheubach ist nicht nur ein bekannter Wein- und Tourismusort, sondern beherbergt auch rege Gewerbe- und Industriebetriebe. An dem 1612 errichteten Rathaus, einem Renaissance-Fachwerkbau, ist an der tragenden Kanzel des reichgeschnitzten Erkers die Halbfigur des Baumeisters dargestellt. Beliebtes Ausflugsziel ist der erwähnte Engelberg, auf den ein Prozessionsweg mit 612 Stufen und Kreuzwegstationen sowie eine Fahrtstraße hinaufführen. Der Blick von der Höhe reicht weit in den Spessart hinein und bis zu den Bergen des Odenwaldes im Süden. Die Wallfahrtskirche St. Michael zeichnet sich aus durch die Gruftkapelle der Fürsten zu Löwenstein und ansprechende Figuren am Außenbau. Am westlichen Mainufer, Großheubach direkt gegenüber, liegt Kleinheubach. Zwischen den beiden Orten verkehrt eine Autofähre, mainaufwärts führt etwas außerhalb auch eine Straßenbrücken über den Main. Größte Sehenswürdigkeit dieses Marktfleckens ist das 1723-32 errichtete Fürstlich-Löwensteinische Schloss, an dessen Bau so berühmte Künstler wie Louis Remy de la Fosse und Johann Dientzenhofer beteiligt waren. Da der größte Teil des Schlosses als Schulungsstätte der Deutschen Post AG genutzt wird, ist eine Besichtigung nur begrenzt möglich. Zugänglich sind der 1728-29 dekorierte Marmorsaal (Hauptgemälde „Triumph der Tugend über das Laster“ von Ambrosius Reith), der Speisesaal (allegorische Darstellung der Tageszeiten aus dem frühen 19. Jh.), der von Andreas Dittmann im 18. Jh. gestaltete Thronsaal und das Gobelinzimmer mit barocker Ausstattung. Die Schlosskapelle im Pavillon des Südflügels mit Spiegelgewölbe wurde 1871 neuromatisch umgestaltet. Der 1817-19 als Englischer Garten angelegte Park besitzt zwölf barocke Puttenfiguren. Gewächs- und Dienerschaftshaus sowie die Reitschule sind klassizistisch.  


5  Sie fahren flussaufwärts weiter in das 3 km entfernte Miltenberg, die weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte „Perle des Maintales“. Eine Touristenattraktion bildet der Marktplatz mit seinen Fachwerkhäusern, über den Elly Heuss-Knapp, die Frau des ersten Bundespräsidenten, schrieb: „Der Marktplatz mit dem Brunnen ist für mich das deutsche Mittelalter schlechthin“. Die bereits 1504 erwähnte Fürstenherberge „Zum Riesen“ in der Hauptstraße, ein an drei Seiten freistehendes Fachwerkhaus, gilt als Deutschlands älteste Gaststätte. Überragt wird die Stadt von der um 1180 als kurmainzische Grenzfeste errichteten Mildenburg, die gegen das Bistum Würzburg Schutz bot. Zu ihren Besitzern gehörte auch Götz von Berlichingen, der im Bauernkrieg von hier aus seine acht Artikel für den Kurstaat Mainz verkündete. Vom Bergfried hat man einen großartigen Ausblick auf das Maintal und zum Spessart.


5  Abstecher von Miltenberg über Amorbach nach Walldürn:
Sie verlassen Miltenberg in Richtung Kleinheubach, wo Sie auf die B 469 stoßen. Diese folgen Sie in das 8km südlich gelegene fränkische Barockstädtchen Amorbach. Die ehemalige Abteikirche entstand durch Umbau einer romantischen kreuzförmigen Basilika. Die Fresken im Innenraum stammen von dem Augsburger Matthias Günther, die Stukkaturen von den Wessobrunnern Johann Michael Feichtmayr (II) und Johann Georg Üblherr. Auf der B 47, in die B 469 kurz vor Amorbach einmündet, fahren Sie weiter in das 17 km entfernte Walldürn, dessen barocke Wallfahrtskirche ( 17./18. Jh.) „Zum heiligen Blut“ weithin bekannt ist. Walldürn und der 8 km südlich an der B 274 liegende Erholungsort Buchen( schöne Fachwerkhäuser, Barockrathaus von 1723, ein römischer Wachturm als Überbleibsel des östlich vorbeiführenden Limes) sind die Hauptgemeinden des sog. „Madonnenländchens“, das seinen Namen den alten Mariensäulen und Bildstöcken verdankt, die an Häusern und auf Marktplätzen, an Waldrändern und Feldrainen anzutreffen sind. Ein liebenswertes Relikt aus der „guten alten Zeit“ ist die während der Sommermonate sporadisch zwischen Wallhürn und Buchen verkehrende “Pferdepost Madonnenländchen“, eine vierspannige Postkutsche mit Postillionen in Originaltracht. Bei Eberstadt, 7 km südöstlich von Buchen , entdeckte man 1971 bei einer Sprengung zufällig eine inzwischen zur Schauhöhle ausgebauten Tropfsteinhöhle (Hinweisschilder).



Für Ihre Weiterfahrt benutzen Sie bis über Wertheimhinaus die parallel zum Fluß verlaufende Maintalstraße, die zwischen Miltenberg und Wertheim mit der Nibelungenstraße identisch ist. Sie kommen zunächst nach Bürgstadt, bekannt durch seinen vorzüglichen Burgunder. Die Martinskapelle weist bedeutende Wandmalereien von 1593 auf. Nordöstlich auf dem Wannenberg finden Sie einen keltischen Ringwall mit der 1630 erbauten, inzwischen verfallenen Zentgrafenkapelle.

Als nächstes passieren Sie die Landesgrenze nach Baden-Würtemberg und gelangen nach kurzer Fahrt nach Freudenberg. Das mittelalterlich anmutende Städtchen mit seinem 1499-1505 erbauten Fachwerk-Rathaus wird vom 30 m hohen Bergfried der Freudenburg überragt, die Bischof Heinrich III. Von Würzburg 1195 gegen Kurmainz errichtete und die 1631 von den Schweden zerstört wurde. Vom Palas existieren noch die Umfassungsmauern. Dagegen ist die Stadtbefestigung größtenteils noch erhalten. Im Osten vor der Stadt, nahe der Mainschleuse, liegt die romanische St.-Laurentius-Kapelle aus dem 13. Jh. mit frühgotischem Chor und barocker Innenausstattung. Der Kanzel von 1617 ist eine ähnliche Außenkanzel von 1665 zugeordnet. Auf dem unmauerten Friedhof, in dem die Kapelle liegt, befindet sich eine sehenswerte Kreuzigungsgruppe aus dem 18. Jh. Den Mäandern des Mains folgend, gelangen Sie über Gut Tremhof und die Wertheimer Stadtteile Mondfeld und Grünenwört schließlich nach Wertheim hinein.


6.  Wandervorschlag von Fechenbach durch das Fechenbachtal:
Fahren Sie von Freudenberg aus über den Main nach Fechenberg (5 km), dort von der Ortsmitte talaufwärts, bis Sie links das Schwimmbad erblicken. Auf dem nach rechts abbiegenden Weg, der hier noch befahrbar ist, gelangen Sie am Waldrand(Parkmöglichkeiten)zu einer Madonnenfigur nebst Ruhebank. Der Markierung Blaues Kreuz folgend, steigen Sie nun gemächlich hinauf, von wo Sie das Fechenbachtal überblicken können. Nach ½ Std. Gehzeit kommen Sie an eine Weggabelung. Die markierte Route führt auf die andere Talseite hinüber, Sie aber folgen dem nun unbezeichneten Weg, bis Sie am Talschluß auf den quer verlaufenden Eselsweg (Hinweisschild) stoßen. Auf ihm wandern Sie zurück nach Fechenberg. Gehzeit etwa 2 Std., nur geringfügige Steigungen, unterwegs viele Ruhebänke.



7  In Fechenbach finden Sie ein 1750 erbautes Rokokoschloss (in Privatbesitz) und eine sehenswerte Barockkirche. Eine kurze Strecke weiter mainaufwärts steht links am Hang die im 17. Jh. zerstörte Burg Kollenberg. Hinter dem als Schifferdorf bekannten Dorfprozelten kommt das Städtchen Stadtprozelten ins Blickfeld, das von der Ruine der Feste Prozelten, die auch Henneburg heißt, überragt wird. Palas und Bergfried der vom Deutschherrenorden errichteten Burg stammen aus romanischer Zeit (12./13. Jh.), der westliche Wohnbau mit dem Wirtschaftsgebäude, der kleine Bergfried und die Ringmauer sind Zeugen der Gotik. In Stadtprozelten ist das 1520 erbaute Rathaus mit polygonalem Treppenturm und dem von zwei toskanischen Säulen gestützten Erker sehenswert. Erwähnt sei auch die ehemalige Spital- und heutige Pfarrkirche aus der zweiten Hälfte des 14. Jh.s, die zu den bedeutensten gotischen Sakralbauten Mainfrankes zählt.


Von Stadtprozelten fahren Sie weiter nach Wertheim. Das Stadtbild mit seinen zahlreichen Spitzgiebelbauten wird überragt von der Stiftskirche, einem ursprünglich romanischen Bau, der 1383-1419 zur dreischiffigen gotischen Pfeilerbasilika umgebaut wurde. Der Stiftskirche gegenüber steht die Kilianskapelle, ein spätgotischer Bau mit barocken Mansardendach. Sie diente von 1562 bis 1871 als Gymnasium und wurde Anfang des 20. Jh.s stilgerecht wiederhergestellt. Lohnend ist auch ein Besuch des Historischen Museums und des Glasmuseums (beide täglich außer Mo. geöffnet). Nördlich der Stiftskirche liegt der Rathausplatz mit dem Rathaus von 1561-62, dessen Treppenturm eine doppelte Wendeltreppe hat. Vom Rathausplatz gelangt man zur Burgruine, die den Main um 80 m überragt. Obwohl die im 12. Jh. erbaute Burg 500 Jahre später größtenteils zerstört wurde, zählt die Ruine heute noch zu den bedeutenden Zeugen deutscher Wehrbaukunst. Zu den wenigen erhaltenen Bauteilen gehört der Bergfried, von wo man eine großartige Aussicht auf Stadt, Main- und Taubertal genießt. Nahe beim Bergfried befindet sich die Burggaststätte. Eine Brücke verbindet Wertheim mit dem auf der bayerischen Mainseite inmitten von Weinbergen gelegenen Kreuzwertheim, der Keimzelle des badischen Wertheim. Erstmals „Ort zum heiligen Kreuz“ genannt, verdankt der ruhige Ferienort seinen Namen einem Steinkreuz aus dem Jahre 1009, das auf dem kleinen Marktplatz rechts der Durchgangsstraße steht. Dort erhebt sich auf die Pfarrkirche mit kostbarem gotischem Hochaltar. Links der Straße steht das 1736 erbaute Schloss, ein langgestreckter zweigeschossiger Bau mit im späten 18. Jh. angefügten Renaissancegiebeln. Es ist Wohnsitz der protestantischen Linie der Grafen zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg und kann daher nicht besichtigt werden. Die kürzeste, aber landschaftlich wenig reizvolle Möglichkeit, nach Marktheidenfeld zu gelangen, ist die Fahrt über den Autobahnzubringer und über Altfeld (knapp 15 km). Fast doppelt so weit, dafür jedoch lohnend, ist die Fahrt am Main entlang, über Urphar, Bettingen, Homburg am Main und Lengfurt


8.  Wandervorschlag von Kreuzwertheim ins „Himmelreich“:
Ausgangspunkt ist die östliche Parkmauer des Schlosses(Parkmöglichkeiten).Durch Niederwald und Obstgärten wandern Sie, der Markierung „M“(= Mainwanderweg) folgend an den Rebmauern der bekannten Lage „Kaffelstein“ vorbei, in den Wald. Vor der Ringstraße des umzäunten Bungalowgeländes macht der Weg eine Rechtsbiegung und trifft im Tal auf den Wittwichsbach. Sie halten sich links und gelangen wenig später über den Bach hinweg zur Waldspitze, von wo es mäßig ansteigend zum Eichelberg hinaufgeht. Auf der aussichtsreichen Höhe mündet auch der mit „H“ markierte Heuneweg, der Sie ins „Himmelsreich“ führt, wie das von einer engen Mainschleife gebildete halbinselförmige Gebiet genannt wird. Luftig-freie Wegpassagen wechseln mit lichten Birkenwäldern und kantigen Felswänden, bis Sie schließlich zum Main hinab gelangen. In nördlicher Richtung gehen Sie mainabwärts und erreichen an der Staustufe Eichel vorbei wieder Ihren Ausgangspunkt . Gehzeit etwa 2 Std., nicht anstrengend, nur unbedeutende Steigungen.
 


9  Homburg am Main ist ein bekannter Weinort mit den Frankenwein-Lagen „Kallmuth“ und „Edelfrau“. Auf dem Gipfel des schroff abfallenden Bergkegels, an dessen Fuß die Ortschaft liegt, erhebt sich die teilweise gut erhaltene Burg mit bemerkenswerten Fachwerkbauten und dem runden Bergfried aus dem 12. und 13. Jh., dem im 18. Jh. das verjüngte achteckige Obergeschoss aufgesetzt wurde. In der Burkarduskapelle befindet sich ein Altar zu Ehren des Hl. Burkardus, der 754 auf der Burg starb. Nur wenige Kilometer von Homburg entfernt liegt Lengfurt. Auf dem Marktplatz steht der 1728 geschaffene reichverzierte Obelisk, auf dem die Dreifaltigkeitsgruppe in den Wolken thront. Die an ein Pestgelübde gemahnende Säule steht im Mittelpunkt der alljährlichen Sebastianifeiern. An einem Eckhaus am Marktplatz, in dem Napoleon 1812 übernachtete, erinnert ein Fresko an den Übergang der französischen Armee über den Main. Lengfurt gegenüber, am anderen Ufer des Mains, erhebt sich auf einer Anhöhe beim Markt Triefenstein das gleichnahmige Kloster, ein 1102 gegründetes Augustiner-Chorherrenstift, das nach der Säkularisation in den Besitz der Grafen von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg überging, die es in ein Schloss umwandelten. Die Klosterkirche, deren Innenausstattung zu den bedeutenden Werken des Klassizismus in Franken gehört, diente bis vor einigen Jahren profanen Zwecken, soll aber nach der Renovierung ihrer ursprünglichen Bestimmung wieder zugeführt werden.


10  Von Lengfurt sind es nur wenige Autominuten bis zu dem fränkischen Städtchen Marktheidenfeld, das aus einem Fischer- und Schifferdorf hervorgegangen ist. Schöne Fachwerkhäuser umrahmen den Marktplatz. Zu den Anziehungspunkten des Städtchen gehört das 1745 erbaute „Haus Flasch“ in der Untertorgasse Nr. 6. Sehenswert ist im Inneren ein Saal mit wertvollen Stukkaturen und Stofftapeten, die Szenen aus italienischen Komödien zeigen. Zu den bekanntesten Volks- und Heimatfesten Unterfrankens zählt die Marktheidenfelder Laurenzimeß, die alljährlich Mitte August stattfindet.





11  Knapp 30 km beträgt auf der B 8 die Entfernung von Marktheidenfeld nach Würzburg. Sie passieren den hochgelegenen Würzburger Stadtteil Höchberg und fahren zwischen dem Käppele und der Festung Marienberg in die alte Bischofs- und Universitätstadt hinunter, die mit ihren bedeutenden, überwiegend barocken Kunstdenkmälern geistiger und kultureller Mittelpunkt Frankens ist. Sie verlassen Würzburg auf der Schweinfurter Straße, die jenseits der Stadtgrenze mit der B 19 identisch ist. Sie zweigt nahe dem Hauptbahnhof vom Berliner Platz ab. Über Estenfeld, wo Sie kurze Zeit später die Autobahn Ulm/Fulda unterqueren, sowie über Bergtheim und Eßleben fahren Sie zur 25 km von Würzburg entfernten Ortschaft Werneck. Am Ortsrand, in einem Park mit See, liegt das Schloss Werneck, die von Balthasar Neumann 1733-45 erbaute Sommerresidenz der Würzburger Fürstbischöfe. Heute ist hier ein Krankenhaus untergebracht, aber die eindrucksvolle bauliche Gliederung der Anlage ist geblieben. Die noch im ursprünglichen Zustand erhaltene Schlosskapelle ist für Besucher zugänglich. Sie verlassen nun die nach Norden führende B 19 und biegen rechts in die B 26 ein, auf der Sie nach 12 km Schweinfurt erreichen.


11.  Abstecher von Werneck nach Bad Kissingen:                                 
Sie bleiben bis Oerlenbach auf der B 19. Nach 19 km zweigt links die B 286 nach Bad Kissingen ab, das Sie nach weiteren 9 km erreichen. Das an der Fränkischen Saale am Rande der Südrhön gelegene weltbekannte Heilbad verfügt über alle modernen Kureinrichtungen, konnte sich aber dennoch sein mittelalterliches Stadtbild bewahren. Die rührt nicht zuletzt daher, daß die gesamte Altstadt zu einer autofreien Fußgängerzone umgestaltet wurde. Überragt wird die Stadt von der Ruine der aus dem 12. Jh. stammenden Burg Bodenlaube. Die wuchtigen Turmstümpfe der 1525 während des Bauernkrieges zerstörten Anlage sind besteigbar. Von oben bietet sich eine großartige Aussicht zur Rhön. Alljährlich findet am letzten Juliwochenende das historische Räkoczy-Fest, zu Ehren des ungarischen Freiheitskämpfers, mit Umzug, Festball und Feuerwerk statt. Um nach Schweinfurt zu gelangen brauchen Sie nicht nach Werneck zurückzufahren. Sie biegen Vielmehr bereits in Poppenhausen in die B 286 ein, auf der Sie kurze Zeit später Schweinfurt erreichen.




                                                 Schweinfurt


12  Mitten im Fränkischen Weinland zwischen Steigerwald, Rhön und Haßbergen liegt die Stadt Schweinfurt. Die Geburtsstadt des Dichters und Orientalisten Friedrich Rückert verbindet man sofort mit Kugellagern und industriellen Erzeugnissen von Weltrang.
Dabei hat die über 1200 Jahre alte ehemalige freie Reichsstadt dem Besucher und Urlauber durchaus viel Reizvolles zu bieten: Erlebnis und Kultur, Charme und Gemütlichkeit.
Vom Schweinfurter Stadtteil Oberndorf herkommend, biegen Sie nach Unterquerung der Bahnlinie rechts in die Ernst-Sachs-Straße ein und fahren stadteinwärts in Richtung Museum Georg Schäfer in die Brückenstraße (TG). Die Straßen und Gassen rund um den Marktplatz wurden in den letzten Jahren liebevoll saniert. Die Fußgängerzone lädt mit ihrem vielfältigen Warenangebot zum Shopping ein. Gemütliche Cafés, Eisdielen und Restaurants bieten ein ausgezeichnetes kulinarisches Angebot.
Am Südrand des Marktplatzes steht das stattliche „Rathaus“ aus der Frührenaissance (1570-72 erbaut von Baumeister Nikolaus Hofmann) mit dem daran anschließenden Neubau. Am Erkerturm Wappen Kaiser Maximilians II. (1564 - 76), in den Fängen des Doppeladlers das Schweinfurter Stadtwappen; darunter an der Balkonbrüstung Wappen der sieben Kurfürsten.
Die Ausstellungshalle der „Städtischen Sammlungen“ ist in die historische Bausubstanz des Renaissance-Rathauses eingefügt. Die Architektur der schlichten durch den Rhythmus von Holzsäulen und Gebälk gegliederten Halle bietet ein interessantes Forum für Präsentationen der zeitgenössischen Kunst und für kulturhistorische Ausstellungen.
Wechselausstellungen. Präsentation von zeitgenössischer Kunst und kulturhistorischer Ausstellungen. In der Mitte des Marktplatzes erhebt sich das „Friedrich-Rückert-Denkmal“. Das Geburtshaus des Dichters (1788-1866) mit einer Gedenktafel befindet sich am Anfang der in den Marktplatz mündenden Rückertstraße.
Nördlich des Marktes erreichen Sie den Martin-Luther-Platz mit dem „Alten Gymnasium“ und der von mehreren Stilepochen geprägten „St.-Johannis-Kirche“. Im Innern beeindrucken die Barockkanzel von 1694 und der Hochaltar von 1783, eine ausgezeichnete Stuckmarmorarbeit von Materno Bossi. Das heimatgeschichtliche Museum im „Alten Gymnasium“ (Martin-Luther-Platz) verwahrt u.a. Zeugnisse aus reichsstädtischer Zeit, Dokumente über Leben und Werk Friedrich Rückerts sowie mit dem Tretkurbelfahrrad und der Kugelmühle Beispiele aus der Pionierzeit der Industrialisierung in Schweinfurt. In der nahe gelegenen “Galerie Alte Reichsvogtei“ sind stellvertretend für die große Palette moderner Kunst des 20. Jahrhunderts Kunstwerke mit regionaler, aber auch internationaler Bedeutung seit der Nachkriegszeit bis heute zu sehen.
Mit der „Bibliothek Otto Schäfer“ hat die Kugellagerstadt ein weiteres kulturelles Juwel zu bieten: Das Museum für Buchdruck, Graphik und Kunsthandwerk.
Hier findet man illustrierte Bücher (insb. 15. und 16. Jh.), Werke deutscher Literatur in Erstausgaben, kostbare Einbände und das fast vollständige druckgraphische Oeuvre Albrecht Dürers aus der privaten Graphiksammlung Otto Schäfers. Wechselausstellungen zum Buchwesen und Graphik.
Immer wieder fasziniert Schweinfurt mit neuen Eindrücken: Allen voran das im September 2000 eröffnete „Museum Georg Schäfer“ in der Brückenstraße. Dem bekannten Architekten Volker Staab ist es gelungen der weltweit bedeutendsten Privatsammlung von Malerei des deutschsprachigen Raumes im 19.und beginnenden 20. Jh eine Heimat zu geben. Mit Gemälden und Arbeiten auf Papier aus einem Zeitraum von 1760 bis 1930 bietet es ein Panorama der unterschiedlichsten Kunstströmungen dieser Zeit – vom Rokoko über Klassizismus und Romantik bis Impressionismus. (u.a. Spitzweg, Menzel, C.D. Friedrich). Ständige Sammlungen und Wechselausstellungen.Darüber hinaus verfügt Schweinfurt über ein neues „Konferenzzentrum“ mit modernster Tagungstechnik sowie angegliedertem Hotel.


13  Nach 2 km erreichen Sie die Ortschaft Schonungen, wo Sie von der B 26 links abzweigen und durch die von abwechslungsreichen Höhen und ausgedehnten Laubwäldern geprägte Landschaft in einer knappen halben Stunde nach Hofheim fahren. Reste der Stadtmauer und ihre Türme sind noch zu sehen. Völlig erhalten sind die drei Torhäuser des im Nassachtal gelegenen Städtchens am Rande des Naturparks Haßberge. Durch eines dieser Torhäuser gelangt man in den mittelalterlichen Stadtkern mit seinen vielen Fachwerkhäusern. Sehenswert ist die spätgotische, 1520 entstandene Pfarrkirche mit prächtigen Holzskulpturen der Spätgotik, darunter eine geschnitzte Kreuzigungsgruppe aus dem 15. Jh. Reizvoll ist die Umgebung Hofheims, insbesondere der sich mit einzelnen Erhebungen bis zu über 500 m aufschwingende Höhenzug im Nordosten. Hier steht die das Städtchen  um 60 m überragende Bettenburg (nur von außen zu besichtigen). Sie verlassen Hofheim in östlicher Richtung und fahren auf der B 303 bis Tambach, das 8 km westlich von Coburg im Tambachtal liegt. Am Ortsrand, unmittelbar an der B 303, steht das 1697-1700 von Leonhard Dientzenhofer erbaute dreiflügelige Schloss, die ehemalige Sommerresidenz der Langheimer Äbte. Zu dem heute von Alram Graf zu Ortenburg bewohnten Schloss gehört ein Wildpark, eine 50 ha große Wald- und Parklandschaft mit verschiedensten Wildarten, zahlreichen Kleintieren und Vögeln. Die Großraumgehege sind vielfach innen begehbar, außerdem wird das Gelände von mehreren Rundwanderwegen (1 bis 3 Std. Gehzeit) durchzogen. Der Wildpark ist ganzjährig geöffnet (Besucherparkplatz beim Eingang).


13.  Abstecher von der B 303 zur Ruine Altenstein:
Etwa 1 km östlich des Kreuzungspunktes von B 303 und B 279 zweigt rechts ein Sträßchen zum 2 km entfernten Dorf Altenstein ab. Vor einigen Jahren war der in landschaftlich reizvoller Umgebung gelegene Ort Mittelpunkt zahlreicher Erdbewegungen, von denen noch heute Erdwellen und windschiefe Heustadel auf Wiesen und Feldern zeugen. Mitten im Ort erhebt sich auf einem 15 m hohen Felsen die Ruine der Burg Altenstein, einer der größten Burgruinen Frankens. Meterdicke Mauerstrümpfe, der Rest eines gewaltigen Bergfrieds, ein Tonnengewölbe und die selbst in ihren Resten noch architektonisch beachtliche gotische Burgkapelle künden von der einstigen Bedeutung der Anlage.