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Texte in kursiv  sind Abstecher.

14  Sie setzen Ihre Fahrt auf der B 303 fort und befinden sich wenig später in Coburg, dem Mittelpunkt des aus dem fränkischen Hügelvorland sowie aus Thüringer und Frankenwald gebildeten reizvollen Coburger Landes.
Die historische Stadt im Itztal war bis 1918 Residenz des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha. Das mitunter noch mittelalterlich anmutende Stadtbild wird von der nie bezwungenen und deshalb noch vollständig erhaltenen Veste Coburg beherrscht. An der Südostecke des Marktplatzes, der ein großes Viereck bildet, steht das 1578-80 erbaute Rathaus. Davor ergießen sich zwei steinere Kastenbrunnen aus dem 17. Jh. In der Mitte erhebt sich das Denkmal des Prinzen Albert von Coburg (1819-61), des Gemahls der Königin Victoria von England. Die Nordseite des Platzes nimmt das Stadthaus von 1597-99 ein, das einstmals als Regierungsgebäude den Namen „Cantzley“ trug. Sehenswert sind seine schöne Renaissance-Hauptfassade, die beiden begiebelten Schmalseiten und das reichgeschmückte Portal. Im Westen und Osten des Marktes sowie in den angrenzenden Straßen finden sich mit Erkern, prächtigen Steinfiguren und Renaissance-Portalen geschmückte Bürgerhäuser. Südlich in der Ketschengasse steht auch das aus dem 12. Jh. stammende älteste Haus Coburgs, die Steinere Kemenate. Wenige Schritte weiter gelangt man zur Morizkirche aus dem 14./15. Jh. mit zwei ungleichen  Türmen und einer bemerkenswerten Innenausstattung. Ein Gedenkstein erinnert daran, dass Dr. Martin Luther im Jahre 1530 in dieser Kirche gepredigt hat. Neben der Kirche steht das Gymnasium Casimirianum von 1605, das als Universität geplant war. In dem bedeutenden Renaissancebau mit Glockenturm und schönen Treppengiebeln von 1725 bis 1730 ging Goethes Vater zur Schule. Das im Zuge der Reformation säkularisierte Franziskanerkloster an der Rückertstraße/Steingasse östlich des Marktplatzes wurde als Baugrund für die Stadtresidenz Ehrenburg ausgewählt. Die 1542-47 errichtete Anlage wurde mehrfach umgestaltet, nach einem Brand im Jahre 1690 wiederaufgebaut und erhielt während einer neuerlichen Bauperiode zwischen 1804 und 1844 ihr heutiges Aussehen. Bis 1918 blieb Schloss Ehrenburg Stadtresidenz der Coburger Herzöge. Heute ist ein Teil des Schlosses mit Prunkräumen, Gemäldegalerie und Schlosskirche als Museum eingerichtet (ganzjährig täglich außer Mo. geöffnet). In den Flügeln an der Rückertstraße und Steingasse sowie im Mitteltrakt ist die Landesbibliotek Coburg mit mehr als 310 000 Bänden wissenschaftlicher Literatur vom 15. Jh. bis heute untergebracht (ganzjährig werktags geöffnet). Gleich einer Krone umgreift der Mauerkranz der Veste die Bergspitze über der Stadt. Deshalb wird die mächtige Anlage im Volksmund „Fränkische Krone“ genannt. Mit ihrer dreifachen Ringmauer, ihren zwei Höfen und vier Basteien zählt sie zu den größten und schönsten Burgen Deutschlands. Um 1200 im Stil der Stauferburgen erbaut, erhielt die Veste nach einem Brand im Jahr 1500 in einer über 300 Jahre währenden Bauperiode ihr heutiges Aussehen. Von der ältesten Bausubstanz aus der Zeit um 1200 stammt noch das Unterteil des Blauen Turms, eines romanischen Buckelquaderbaus, der eine Art Vorburg darstellte. Bis 1918 war die Veste Coburg im Besitz des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha, dann gelangte sie an den Staat Bayern. Heute beherbergt sie Kunstsammlungen von europäischem Rang, darunter eine Jagdwaffensammlung, Meisterwerke mittelalterlicher Plastik, der Malerei (z.B. Werke von Lucas Cranach d. Ä.) und des Kunsthandwerks. Im Kupferstichkabinett werden rund 300 000 Blätter von 5000 Meistern verschiedener Schulen Europas aufbewahrt. Zu besichtigen sind auch der Rittersaal, die Lutherstube, die Rüstkammer, der Marstall, die herzoglichen Wohnräume, das Lucas-Cranach-Zimmer und der Fahnensaal. Beachten Sie die kostbaren Möbel, Uhren, Porzellane und silbernen Tafelgeräte.
Die Veste ist ganzjährig zugänglich, die Kunstsammlungen können Apr. – Okt. täglich und Nov. – März Di. – So besucht werden.  Die Auffahrt zur Veste erfolgt vom Schlossplatz über die Festungsstraße (Parkplätze sind in der Nähe ausgewiesen); auf halbem Wege befindet sich das Naturwissenschaftliche Museum (täglich geöffnet). Ebenfalls vom Schloßplatz aus führt ein hübscher Fußweg zur Veste hinauf (Wegweiser; Gehzeit ½ Std.).



                    

                                    Bunte Lebensfreude



14  Abstecher von Coburg über Mitwitz nach Kronach: 
Wenn Sie Coburg in südlicher Richtung verlassen, kommen Sie bald zur Abzweigung der B 303 nach Osten. In diese biegen Sie ein und gelangen nach kurzer Fahrzeit über Sonnfeld nach Mitwitz. Hier sollten Sie sich das mächtige Renaissance-Wasserschloß aus dem 15./1.6 Jh. ansehen. Im Inneren befinden sich eine Waffensammlung und wertvolles Mobiliar. Ihr eigentliches Ziel ist aber die 11 km weiter östlich gelegene Stadt
Kronach, über der sich im Norden die Festung Rosenberg erhebt. Sie wurde niemals  bezwungen und ist noch vollständig erhalten. Mit ihren fünf  Bastionen und der mächtigen Hauptburg ist sie eine der großartigsten Festungsanlagen Frankens. Ganzjährig finden täglich Führungen statt. In einem Teil der Anlage sind eine Jugendherberge und eine Gaststätte untergebracht, im ehemaligen Zeughaus aus dem 16. Jh.  befinden sich das Heimatmuseum der Stadt. Kronach selbst, das auf einem Bergvorsprung am Zusammenfluß der drei Frankenwaldflüsse Haßlach, Kronach und Rodach liegt, besitzt einen mittelalterlichen Stadtkern mit Mauern und Toren, sehenswerten alten Fachwerkhäusern und einem Renaissance-Rathaus.
In der Fränkischen Galerie der Festung Rosenberg hängen drei Originale von Lucas Cranach, der 1472 wahrscheinlich im Hause Marktplatz 1 zur Welt kam. An diesen größten Sohn der Stadt erinnert eine nach ihm benannte Straße. Lichtenfels, das nächste Ziel der Hauptroute, erreichen Sie am günstigsten auf der B 173, die entlang der Rodach nach Südwesten führt (24 km).


15  Sie verlassen Coburg auf der B 4 in Richtung Süden und fahren an der Einmündung der B 303 vorbei bis Untersiemau. Sehenswert sind hier das Untere und Obere Schloss aus dem 14. – 16. Jh. sowie die Johanniskirche von 1392. Nun biegen Sie in die B 289 ein und erreichen alsbald das schöne alte Frankenstädtchen Lichtenfels am Nordrand der Fränkischen Alb.

Lichtenfels ist die Metropole der deutschen Korbwarenindustrie und ist auch Sitz der einzigen staatlichen Fachschule für Korbflechterei in Deutschland. Den Mittelpunkt des Städtchens am Obermain bildet der breite Marktplatz mit seinen stattlichen Bürgerhäusern und dem 1743 von Justus Heinrich Dientzenhofer erbauten barocken Rathaus. In der Nähe steht die spätgotische, barockausgestattete Stadtpfarrkirche aus dem 14. Jh. mit ihrem charakteristischen Fünfspitzturm. 3,5 km südlich von Lichtenfels zweigt von der B 173 links die Straße nach Vierzehnheiligen ab.

Die berühmteste Wallfahrtskirche Frankens ist alljährlich das Ziel von vielen Pilgern und Kunstfreunden. Die zu Ehren der 14 Nothelfer, die der Legende nach wiederholt einem frommen Hirten erschienen waren, errichtete Kirche ist das Hauptwerk Balthasar Neumanns und seines Schülers Johann Michael Küchel. Weithin sichtbar erhebt sich diese vollkommene Schöpfung barocker Kirchenbaukunst, entstanden von 1742 bis 1772, über dem Maintal. Das Äußere der Basilika mit ihrer hohen zweitürmigen Fassade aus gelbem Eisensandstein ist klar gegliedert. Das in ovale Raumeinheitern aufgelöste Innere vermittelt den Eindruck ständiger Bewegung. Seinen Mittelpunkt bildet der von einem zierlichen Baldachin überdachte Gnadenaltar mit den 14 Nothelfern. Die Deckengemälde Giuseppe Appianis und die Stukkaturen, u. a. von Johann Michael Feichtmayr, verleihen dem Raum einen geradezu feierlichen Glanz.

Zurück auf der B 173, Richtung Staffelstein, erreichen Sie Kloster Banz. Die Gebäude liegen auf dem 421 m hohen südlichsten der Banzberge über dem Maintal und gehen auf eine Höhenburg aus dem 10. Jh. zurück. Von 1069 bis 1803 Benediktinerabtei, wurde die umfangsreiche Anlage dann Schloss der Wittelsbacher, ging 1933 an die „Gemeinschaft von den heiligen Engeln“ über und wurde inzwischen von der Hans-Seidel-Stiftung übernommen. Kirche und Konventsbau sind Werke der Brüder Dientzenhofer, die Torflügel stammen von Balthasar Neumann. Die Klosterkirche mit zwei hohen, kuppelgekrönten Türmen gehört zu den berühmtesten und meistbesuchten Sakralbauten Frankens. Ihre Innenausstattung steht der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen an Pracht nicht nach. Die Klostergebäude sind für die Öffentlichkeit gesperrt, mit Ausnahme der Terrasse (von dort genießen Sie einen herrlichen Blick nach Vierzehnheiligen und ins Maintal). Die Hänge des südlichen Banzberges sind eine bekannte Fundstätte von Fossilien. Fahren Sie über das am Main gelegene Michelau mit seinem Korbmuseum (Bismarckstr. 4, ganzjährig geöffnet) in das 15 km östlich von Lichtenfels gelegene Burgkunstadt. Enge Gässchen zwischen Fachwerkhäusern und malerische Winkel verleihen dem auf einem Sandsteinfelsen am rechten Ufer des Oberen Mains gelegenen Frankenstädtchen ein romantisches Gepräge. Beeindruckend ist der Gang auf der von Felsen und alten Mauern gesäumten steilen „Landstraße“ von der unteren zur oberen Stadt. Hier oben befindet sich der geräumige Marktplatz mit seinen alten Fachwerkhäusern, der Pfarrkirche und dem hochgiebeligen Rathaus mit einer durch reiches Schnitzwerk geschmückten Fassade.




                                  Panorama Kulmbach


16  Auf der B 289, die südlich an Burgkunstadt vorbeiführt, gelangen Sie nach kurzer Fahrt nach Mainleus. 2 km nördlich davon steht die Burg Wernstein, ein prächtiger Renaissancebau aus dem 16. Jh. (Hinweißschild in Mainleus). Wenig später befinden Sie sich in Kulmbach, der von der Plassenburg überragten ehemaligen Markgrafenresidenz und weltbekannten Bierstadt. Neben den gut erhaltenen Teilen der alten Stadtbefestigung aus dem 12. – 16. Jh. und der Plassenburg besitzt Kulmbach eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, so am Marktplatz das mit einer schönen Rokokofassade versehene Rathaus von 1752 und nördlich davon die barocke Spitalkirche von 1738. Ausreichende Parkmöglichkeiten haben Sie auf zwei Großparkplätzen nordwestlich der Kulmbacher Innenstadt. Auch auf dem Marktplatz, zu dem Sie durch die Klöster- und Buchbindergasse gelangen, können Sie ihr Auto abstellen.
Östlich der Altstadt erhebt sich auf einem steilen Felsrücken die Plassenburg, eine bedeutende Schöpfung der Renaissance. Die heutige Burg wurde 1559-85 unter der Oberleitung von Caspar Vischer, der auch am Bau des Heidelberger Schlosses beteiligt war, errichtet. Die Vorgängerburg aus dem 12. Jh. war während des bundesständischen Krieges im Jahre 1553 zusammen mit der Stadt zerstört worden. Heute beherbergt die Burg im Deutschen Zinnfigurenmuseum mit über 300 000 Exponaten die größte Zinnfigurensammlung der Welt (im Sommer täglich 09 - 18 Uhr, im Winter Di - So 10 - 16 Uhr). Außerdem befinden sich hier Schauräume der Renaissance- und der Barockzeit sowie eine umfangreiche naturwissenschaftliche Sammlung. Von der Petrikirche, einem spätgotischen Hallenbau von 1439 (Kirchenburg) im Osten der Altstadt, führt neben der Festungsbergstraße ein Fußweg (Wegweiser, etwa 20 Min.) zur Plassenburg. Vom Westrondell der Burg hat man einen großartigen Blick hinab auf die Stadt. Das schon erwähnte Kulmbacher Bier erlangte Weltruf. Neben einer Brautradition, die als die älteste Europas gilt, sind es insbesondere die kristallklaren Quellwasser aus Frankenwald und Fichtelgebirge und die heimische Gerste, die dem Bier Geschmack und Bekömmlichkeit verleihen.

6  Wandervorschlag von Kulmbach auf den Patersberg:
Von Kulmbach-Priemershof gehen Sie den Mühlbach aufwärts nach Metzdorf: Parallel zur Markierung Rotes Kreuz führt der Weg nun vom Ortsrand nach links und weiter am Ufer des Mühlbachs bis Hofstätten. Durch den Wald geht es dann hinauf zum Aussichtsturm „Schaudichum“ auf den 527 m hohen Patersberg, von dem man einen weiten Blick zum Frankenwald und über die Fränkische Schweiz hat. Nun steigen Sie südlich hinab nach Veitlahm und gehen weiter nach Wernstein (gut erhaltenes Schloß). Sie überqueren die nach Mainleus führende Straße, spazieren über die Felder, durchqueren den Weiler Schwarzholz und die Ortschaft Burghaig, steigen noch einmal ein wenig aufwärts, gelangen nach Petzmannsberg und schließlich zu Ihrem Ausgangspunkt zurück. Gehzeit etwa 2 ½ Std., außer dem eigentlichen Gipfelstück keine nennenswerte Steigungen.



17  Bayreuth liegt reizvoll zwischen den Ausläufern des Fichtelgebirges im Nordosten und Fränkischem Jura im Südwesten am Roten Main. Die ehemalige markgräfliche Residenzstadt erlangte Weltruhm durch den Komponisten Richard Wagner und die von ihm ins Leben gerufenen Festspiele, die seit 1876 alljährlich stattfinden. In Bayreuth lebte von 1804 bis zu seinem Tode im Jahre 1825 Jean Paul, der große Satiriker der deutschen Romantik. Seit 1975 ist Bayreuth Universitätsstadt. Den Charakter der historischen Innenstadt bestimmen die Prachtbauten des 18. Jh.s, in denen Formelemente französischer, italienischer und preußischer Herkunft zu klassizistisch-barocker Einheit verschmelzen.

Von den zahlreichen Sehenswürdigkeiten Bayreuths sei allen voran das weltbekannte Festspielhaus auf dem Grünen Hügel genannt. Alljährlich von Ende Juli bis Ende August werden in dem 1872-76 nach dem Vorbild der antiken Theater errichteten Backsteinbau, der sich durch eine hervorragende Akustik auszeichnet, die Musikdramen Richard Wagners aufgeführt. Täglich finden Führungen durch das Haus statt, bei denen Sie Wissenwertes über das Leben des Komponisten und seine Werke erfahren.

Durch die Bahnhofstraße stadteinwärts kommen Sie über den Hohenzollernring zum Luitpoldplatz, an dessen Ende Sie links in die Opfernstrasse einbiegen. Hier blicken Sie links das 1745-48 nach Plänen des französischen Baumeisters Joseph Saint-Pierre erbaute Markgräfliche Opernhaus, das als eines der schönsten noch unversehrt erhaltenen Barocktheater der Welt gilt. Besonders bemerkenswert sind die Rokokofassade und die von dem Bologneser Giuseppe Galli-Bibiena und seinem Sohn Carlo geschaffene prachtvolle Innendekoration. Im Bayreuther Opernhaus finden übers Jahr zahlreiche Konzertreihen und Festivals statt, vom „Bayreuther Osterfestival“, über die „Musica Bayreuth“, die „Fränkische Festwoche“ bis hin zum „Bayreuther Barock“. Nur wenige Schritte sind es bis zur Maximilianstraße, auf der Sie in wenigen Minuten zum Alten Schloss (heute Finanzamt) gelangen. Der Barockbau mit seinem Charakteristischen Achteckturm nach Plänen von Caspar Vischer wurde im 16 Jh. erbaut und im 17. Jh. nach französischem Vorbild verändert. Vor dem Schloss steht ein Denkmal König Maximilians II. Im Alten Rathaus der Stadt, Maximilianstraße 33, einem bürgerlichen Repräsentativbau des 17. und 18. Jahrhunderts ist heute das Kunstmuseum Bayreuth mit einer umfangreichen Kunstsammlung des 20. Jahrhunderts untergebracht Sie kehren zur Abzweigung der Opernstraße zurück, biegen nun rechts in die Ludwigsstraße ein und erreichen nach wenigen Schritten links das Neue Schloss, das Joseph Saint-Pierre erbaute. Der Mittelrisalit ist mit Säulen, Balustrade und krönenden Figuren das einzig dekorative Element dieser in Saint-Pierres zurückhaltendem Stil gehaltenen Anlage. Das Innere des Schlosses mit seiner üppigen Rokokoausstattung und den Gobälinsälen beherbergt herausragende Beispiele des Bayreuther Rokoko, so das „Spiegelscherbenkabinett“, das „Japanische Zimmer“, das „Gartenzimmer“ oder das „Palmenzimmer“, das zugleich einen der ältesten Freimaurertempel Europas darstellt. Hinter dem Schloss erstreckt sich der ausgedehnte Hofgarten mit dem originellen Storchenhaus am Eingang und lebendiger Wasserszenerie. Am Rande des Hofgartens in der Richard-Wagner-Straße 48 steht die Villa Wahnfried, das 1873-74 erbaute Wohnhaus Richard Wagners, heute Wagner-Museum mit Briefen und Notenhandschriften, Bildnissen, Büsten und „Klingendes Museum“ (Tonbandübertragungen von Wagner-Musik); täglich geöffnet) mit Briefen des Dichters und Erstausgaben seiner Werke, wie der 1796 erschienenen humoristischen Idylle „Leben des Quintus Fixlein“. Im Hofgarten steht auch das Deutsche Freimaurermuseum, das im Haus der 1741 gegründeten Loge „Eleusis der Verschwiegenheit“ eingerichtet wurde und mit Bibliothek, Gemäldern, Porzellan, Abzeichen und Kleidungsstücken Aufschluss über die Tradition der Freimauerei in Deutschland gibt. Das Neue Schloss ist täglich außer Mo. geöffnet (u. a. Fayencen, Gläser, kulturhistorische Sammlung zur Stadtgeschichte; wechselnde Ausstellungen). Die Eremitage, frühestes kontinentales Beispiel eines sentimentalen Landschaftsgarten, befindet sich 4 km östlich der Bayreuther Innenstadt jenseits der Autobahn. Zur Eremitage gehören das 1715-18 als Grotten- und Felsenbau erbaute Alte Schloss und das 1749-53 errichtete „Neue Schloss“, Das Orangerie und Menagerie umfasst. Beide sind in einen vom Roten Main umflossenen anmutigen Landschaftspark mit Wasserspielen, Grotten und einem Ruinentheater eingebettet.

17  Abstecher von Bayreuth nach Bischofsgrün und auf den Ochsenkopf
Sie verlassen Bayreuth auf der B 2 in Richtung Autobahnanschlußstelle Bayreuth-Nord. Sie unterqueren die Autobahn und fahren über Bindlach nach Bad Berneck und auf der Fichtelgebirgsstraße (B 303) nach Bischofsgrün am Fuße des Ochsenkopfes (25 km).

18  Auf der Maximilianstraße fahren Sie stadtaufwärts und gelangen zur B 22. Durch abwechslungsreiche Landschaft fahren Sie auf die Hochfläche des Fränkischen Jura, wo Sie nach 25 km das ehemals ummauerte, terrassenförmig angelegte Städtchen Hollfeld erreichen. Wahrzeichen des am Zusammenfluss von Wiesent und Kainach gelegenen Ortes ist der besteigbare Turm der St.-Gangolfs-Kirche, deren Baubeginn in der Romantik liegt. Sehenswert sind die Reste der ehemaligen Stadtbefestigung, zwei 40 m tiefe, überdachte Stadtbrunnen, das wappengeschmückte alte Rathaus und die von Johann Leonhard Dientzhofer 1704 erbaute St.-Salvator-Kapelle in der Unterstadt. Die B 22 führt im Wiesenttal durch den Naturpark Fränkische Schweiz, durchquert die Orte Neidenstein, Freienfels und Wiesentfels mit den für diese Landschaft charakteristischen Felsformationen, auf denen romantische Burgruinen thronen. In Wiesentfels steht auf hohem Felsen ein guterhaltenes Schloss, zu dem eine alte Lindenallee führt. Kurz hinter Steinfeld steigt die Straße etwas steiler an und erreicht in Höhenhäusling mit 514 m ihren höchsten Punkt. Dann geht es in mehreren steilen Kehren, vorbei an der bei Kletterern beliebten Würgauer Wand, hinab nach Würgau und weiter nach Scheßlitz.

18  Wandervorschlag von Hollfeld zur Burg Zwernitz und zum Naturpark Sanspareil:
Sie verlassen in Hollfeld die B 22 und fahren nördlich ins 3 km entfernte Kainach, wo Sie parken. Von der Ortsmitte folgen Sie dem Wegweiser nach Norden und steigen auf der Lindenallee, an herrlichen Säulenwachholderbüschen vorbei, hinauf zu einer alleinstehenden alten Pappel, Die Burg Zwernitz vor Augen, wandern Sie am alten Stadel rechts abwärts ins Pfaffental und erreichen die Ortschaft Wonsees. Bis hierher können Sie alternativ auch mit dem Wagen fahren. Vor dem Rathaus wenden Sie sich nach rechts, gehen zur Plötzmühle und durch den Taleinschnitt auf einem Feldweg hinauf zur Burg und nach Sanspareil, wohin von Wonsees aus auch eine öffentlich befahrbare Straße führt. Das auf einer Hochfläche gelegene Dorf Sanspareil trug früher, ebenso wie die Burg über dem Ort, den Namen Zwernitz. 1744-46 wurde hier auf Wunsch und nach Plänen der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth unter Nutzung der natürlichen Gegebenheiten eines mit Felstrümmern durchsetzten Buchenwaldes ein Naturpark angelegt, der in Deutschland als ein sehr frühes Beispiel des romantischen Landschaftsgartens nahe zu einzigartig ist. Die aus dem 12. Jh. stammende Burg wurde im 16. und 17. Jh. stark beschädigt, ist nach wiederholtem Aufbau aber heute teilweise bewohnbar. Vom Bergfried bietet sich eine weite Rundsicht (Gehzeit 1 ½ Std.).


19  Scheßlitz, im Ellertal am Nordwestabfall des Fränkischen Jura gelegen, ist ein ehemals fürstbischöflicher Sitz mit Fachwerkbauten und barockem Amts- und Zunfthaus. Sehenswert ist die aus dem 15. – 17. Jh. stammende Stadtpfarrkirche mit reicher barocker Innenausstattung. Die reizvolle Umgebung des Städtchens, insbesondere die sich von Nord- nach Südosten erstreckende Fränkische Alb, bietet hervorragende Möglichkeiten zu Ausflügen und Wanderungen.

20  Kurz vor Scheßlitz mündet die B 22 in die zur Schnellstraße ausgebaute B 505 ein. Benutzen Sie diese für die 20 km lange Strecke nach Bamberg. Um den Domplatz gruppieren sich einige der bedeutensten Bauwerke der Stadt, allen voran der Kaiserdom. Die kreuzförmige Basilika mit zwei Chören und zwei Turmpaaren wurde im Hochmittelalter zwischen 1203 und 1237 im Geist der Stauferzeit erbaut. Dem äußerlich noch vom romanischen Vorgängerbau geprägten Langhaus schließen sich der ebenfalls romanische Ostbau und der frühgotische Westbau an. Der große Innenraum des Gotteshauses zeichnet sich durch Schlichtheit aus. 1652-56 im Barockstil umgestaltet, wurde er zwischen 1828 und 1835 wieder weitgehend dem ursprünglichen mittelalterlichen Aussehen angeglichen. Die Proportionen entsprechen dem romanischen Stil, Spitzbogen zeigen jedoch den Übergang zur Gotik an. Das Grabmal des zweiten deutschen Papstes Clemens II. (gest. 1047) ist das einzige Papstgrab Deutschlands. Sehr schön sind das geschnitzte Chorgestühl aus dem 14. Jh. und der berühmte Schnitzaltar des Veit Stoß, den der Künstler 1523 als Siebzigjähriger eigenhändig vollendet hat. Die Gräber des Stifterpaars Kaiser Heinrich und Kundigunde sind von Tilman Riemenschneider gestaltet. Am nordwestlichen Chorpfeiler steht der berühmte „Bamberger Reiter“. Das vermutliche Werk des Meisters der gotischen Bauhütte stellt die ideale Verkörperung des staufischen Ritters dar. Bekannt ist auch die Figur des „Lachenden Engels“. Der kostbare Figurenschmuck der Adamspforte befindet sich im Diözesanmuseum. Reich verziehrt sind auch Marienpforte und Fürstenportal. Südlich grenzen an den Dom die Nagelkapelle, der Kreuzgang von 1457 und das 1731 durch Balthasar Neumann erbaute Kapitelhaus, in dem sich heute das Diözesanmuseum mit dem Domschatz befindet. Westlich wird der Domplatz von der Alten Hofhaltung der Kaiser und Bischöfe begrenzt, in der jetzt das Historische Museum der Stadt mit kultur- und kunstgeschichtlichen Sammlungen untergebracht ist, u. a. enthält es Balthasar Neumanns Originalmodell für Vierzehnheiligen. Bemerkenswert sind die „Ratsstube“, ein Renaissancegiebelbau aus dem 16 Jh. mit Erkern, Treppenturm und „Reichem Tor“ sowie der von spätgotischen Fachwerkhäusern und hölzernen Laubengängen aus dem 15. Jh. umstandene Innenhof. Den Norden und Osten des Domplatzes umschließt die Neue Residenz, ein wuchtiger, 1697-1703 durch Leonhard Dientzenhofer errichteter Barockbau. 70 kurfürstliche Gemächer vom Hochbarock bis zum Rokoko mit prunkvollen Stukkaturen Materno Bossis beherbergen die Staatliche Gemäldegalerie, die Staatsbibliothek mit mehr als 400.000 Druckwerken ( u. a. wertvolle Inkunabeln, Wiegendrucke aus dem 15. Jh.) und eine ostasiatische Kunstsammlung. Von der hohen Gartenbaukunst des Rokoko zeugt der Rosengarten hinter dem Hof der Neuen Residenz, in dem auch Springbrunnen, heitere Götterfiguren und schattige Laubengänge zu finden sind. Eine schmale Gasse zwischen Dom und Alter Hofhaltung führt am Dompfarrhof vorbei zu den mittelalterlichen Domherrenhöfen mit Wappentoren, Treppen, Wehrgängen und Erkern. (Das Diözesanmuseum ist täglich außer Mo. von Ostern bis Allerheiligen, die Museen in der Alten Hofhaltung sind von Mai bis Oktober täglich außer Mo. geöffnet.) Westlich des Dombezirks steht in unmittelbar Nähe des Franziskanerklosters die St.-Jakob-Kirche, eine romanische Säulenbasilika aus dem 11./12. Jh. mit spätgotischem Chor und barocker Schauseite von 1771. Nördlich davon erhebt sich der Michaelsberg mit der ehemaligen, 1015 gegründeten Benediktinerabtei (heute Bürgerspital). Von der bewirtschafteten Aussichtsterrasse aus genießt man einen herrlichen Rundblick über die Stadt und deren Umland. Die Benediktinerabtei und der Kaiserdom prägen die charakteristische Silhouette der Stadt. Malerisch verträumt mutet die Fischersiedlung „Klein-Venedig“ am Ufer des linken Regnitzarmes zwischen der Unteren und der Markusbrücke an (von der Unteren Brücke aus besonders schön zu sehen).





                              Barockschloß Weissenstein


Sie setzen Ihre Reise in Richtung Südwesten fort. Fahren Sie auf der B 22 etwa 10 km bis Oberharnsbach. Kurz nach dieser Ortschaft zweigt links eine wenig befahrene Landstraße ab, auf der Sie nach kurzer Zeit Pommersfelden, bekannt durch das Barockschloss Weissenstein, erreichen (stündliche Führungen von April bis Oktober, täglich 10 – 17 Uhr). Die private Sommerresidenz des Mainzer Kurfürsten und Bamberger Erzbischofs Lothar Franz von Schönborn wurde 1711-18 unter der Leitung von Johann Dientzenhofer und Johann Lukas von Hildebrandt erbaut. Seit 300 Jahren beeindruckt das monumentale Treppenhaus, der reich verzierte Grottensaal, sowie die auf die privaten Zimmer des Kurfürsten verteilte Gemäldesammlung Alter Meister.

3 km weiter südlich, kurz hinter der Ortschaft Limbach, wechseln Sie links auf die B 505 über, auf der Sie in wenigen Minuten die Autobahn Nürnberg/Würzburg erreichen. Nach 20 km kommen Sie zur Ausfahrt Frauenaurach, wo Sie die Autobahn wieder verlassen. Kurz darauf befinden Sie sich in Herzogenaurach, einem Industriestädtchen mit schmucken alten Fachwerk- und Bürgerhäusern, Wehrtürmen aus dem 14. Jh. und einer gotischen, barocken ausgestatteten Pfarrkirche aus dem 15./16. Jh. Im Stadtzentrum biegen Sie kurz hinter dem Bahnhof links in eine die Aurach überquerende Nebenstraße ein und fahren über Veitsbronn nach Cadolzburg.

20  Abstecher von Bamberg zur Altenburg:
Am Westrand von Bamberg, etwa 2 km vom Dom entfernt, thront auf dem höchsten der „Sieben Hügel“ die Altenburg. Sie erreichen sie vom Dom aus über steile, aber schattige Altenburger Straße. Die Burg war von 1251 bis zu ihrer Zerstörung im Markgrafenkrieg (1553) Bischofsresidenz. Erhalten sind noch Teile der äußeren Ringmauer und der 33 m hohe Bergfried, von dem aus sich ein großartiger Blick hinab auf Bamberg bietet. Anstelle des einstigen Palas ließ der Altenburgverein, in dessen Besitz sich die Burg seit 1818 befindet, ein Wirtschaftsgebäude errichten, in dem heute eine vielbesuchte Gaststätte untergebracht ist. An den Torbau des 16 Jhs grenzt eine neugotische Kapelle mit Bildgrabsteinen aus der ehemaligen Dominikanerkirche. Rund um die Burg bieten sich viele Wandermöglichkeiten, z.B. ins romantische Aurachtal.
  

21  Cadolzburg, das „östliche Eingangstor zum Rangau“, besitzt am Marktplatz sehenswerte alte Fachwerkbauten. Nordwestlich des Ortes erhebt sich die stattliche Ruine der Festung Cadolzburg, einst eine fränkische Höhenburg mit mächtigen Mauerwerk. Zuvor im Besitz der Grafen von Abenberg, ging das Gebäude um die Wende des 13. Jh.s an das Geschlecht der fränkischen Zollern über, deren bedeutenste Burg sie bis ins 15. Jh. hinein blieb. Die Anlage erlitt im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe schwere Beschädigungen, die in neurer Zeit nur begrenzt behoben wurden. Wegen Einsturzgefahr einzelner Burgbezirke sind heute nur Teile der Anlage zugänglich. Auf der Anhöhe südwestlich des Ortes steht ein weithin sichtbarer, 25 m hoher Aussichtsturm (Autozufahrt, Hinweißschild), der einen prächtigen Blick auf das gesamte Nürnberger Umland bietet. Sie verlassen Cadolzburg in südlicher Richtung und fahren über Ammerndorf (hübsche alte Fachwerkbauten, darunter eine Mühle mit prachtvollem Schmuckgiebel aus Eichenholzfachwerk) und Roßtal zur nahen B 14. Roßtal ist ein malerischer Marktflecken mit Fachwerkhäusern, Torturm und Kirchenburg. Unter der Pfarrkirche liegt eine frühromanische Krypta aus dem 11. Jh. .

21  Wandervorschlag von Cadolzburg durch das westlich gelegene Farrnbachtal: Sie parken in Cadolzburg und beginnen Ihre Wanderung vor dem Oberen Tor. Sie folgen der Markierung „Blauer Strich“ bzw. der Markierung „ Rotes Schrägkreuz“ und gelangen vom Waldbeginn durch den ehemaligen Felsenkeller zur „Valentin-Fürstenhöfer-Ruhebank“. Von hier führt der mit „Rotem Schrägkreuz“ markierte Weg durch das Farrnbachtal über Stinzendorf und die Hammerschmiede nach Keidenzell (Einkehrmöglichkeit). Sie kehren entweder auf der selben Route zu Ihrem Ausgangspunkt zurück, oder Sie erkunden in dem von vielen Pfaden durchzogenen Wald im Süden einen eigenen Rückweg. Gehzeit ca. 3 Std., keine nennenswerten Steigungen.